Die meisten krankenversicherten Personen in Deutschland sind in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) versichert. Überwiegend aufgrund der Versicherungspflicht. Diese besteht bei Arbeitnehmern, die weniger als 49.500 Euro im Jahr verdienen, Auszubildenden, Studenten, Empfängern von Arbeitslosengeldern. Darüber hinaus sind viele Personen über die Familienversicherung in der GKV versichert. Insgesamt sind etwa 87 Prozent der Bevölkerung Mitglied der GKV.

Wer aus der Pflicht- oder Familienversicherung herausfällt und sich privat versichern kann, hat die Möglichkeit weiterhin in der GKV zu bleiben und ist dann freiwillig gesetzlich krankenversichert. Dabei darf das Wort freiwillig nicht darüber hinwegtäuschen, dass jeder, der seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat, umfassend krankenversichert sein muss.
Freiwillig gesetzlich krankenversichert sein kann der Arbeitnehmer, der sich selbstständig macht ebenso wie der Student, der das 14. Fachsemester vollendet hat. Weiterhin entfällt die Versicherungspflicht für Arbeitnehmer, deren regelmäßiges Einkommen mehr als 49.500 Euro im Jahr beträgt, wobei zum regelmäßigen Einkommen auch Weihnachtsgelder, Urlaubsgelder und dergleichen gerechnet werden, wenn diese Bestandteile des Arbeitsvertrages sind und regelmäßig ausgezahlt werden. Grundvoraussetzung, um freiwillig gesetzlich krankenversichert zu sein, ist, dass der freiwillig Versicherte schon vor Eintreten der Freiwilligkeit in der GKV versichert war. Ein Selbstständiger, der privat versichert ist, kann sich nicht freiwillig gesetzlich versichern. Grundsätzlich ist der Wechsel aus der privaten Krankenversicherung in die GKV schwierig bis unmöglich, wenn dies im Rahmen einer freiwilligen Mitgliedschaft geschehen soll. Personen über 55 Jahre, die Mitglied der privaten Krankenversicherung sind, werden überhaupt nicht mehr gesetzlich krankenversichert.

Im Unterschied zu Pflichtversicherten, werden bei freiwillig gesetzlich Versicherten zur Beitragsbemessung, neben dem Arbeitsendgelt, auch Einnahmen aus Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung herangezogen. Bei Selbstständigen wird der Gewinn des Unternehmens als Bemessungsgrundlage herangezogen. Mindestens aber beträgt der monatliche Beitrag für freiwillig gesetzlich Versicherte derzeit etwa 140 Euro. Wer freiwillig gesetzlich krankenversichert ist, kommt natürlich auch in den Genuss sämtlicher Vorteile der GKV, wie der kostenlosen Familienversicherung für die nicht erwerbstätigen Familienmitglieder. Natürlich unterliegen auch freiwillig gesetzlich Krankenversicherte dem Solidaritätsprinzip der gesetzlichen Krankenversicherungen. Ihre monatlichen Prämien sind somit unabhängig von Alter und Gesundheitszustand. Damit ist es für viele Personen finanziell von Vorteil, freiwillig gesetzlich krankenversichert zu sein.

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