Begleitetes Fahren wird umgangssprachlich häufig als Führerschein ab 17 Jahren bezeichnet. Gemeint ist damit eine Sonderzulassung zum Straßenverkehr für Personen, die noch nicht volljährig sind, und in Begleitung von erwachsenen Personen ein Fahrzeug führen dürfen. Betroffen von dieser Regelung sind die Führerscheinklasse B und BE. Die Begleitperson, die sich zur Begleitung des jugendlichen Fahrers bereit erklärt, muss in der Fahrerlaubnis registriert sein. Der Gesetzgeber hat mit dieser Regelung, die auf der Erkenntnis basiert, dass besonders Fahranfänger sehr häufig in Unfälle verwickelt sind, weil sie Gefahrensituationen nicht richtig einschätzen oder sich überschätzen, vielleicht sogar Auto fahren als eine Art Mutprobe sehen, bewusst das Unfall-Risiko minimieren wollen.

Ursprünglich wurde diese Regelung als Modellversuch 2004 in Niedersachsen gestartet. Nach verschiedenen juristischen Streitigkeiten mit Interessevertretern wie dem ADAC, der ein anderes Modell favorisierte, wurde so die erste erfolgreiche Fahrprüfung 2004 in Braunschweig absolviert. Dieser Forschungsversuch wurde von der Universität in Gießen begleitet, die die positiven Auswirkungen durch das Begleitende Fahren eindeutig bestätigen konnte.
Seit 2005 gab es dem zu Folge eine bundeseinheitliche Regelung, die allerdings jedem Bundesland die Option überließ, das Gesetz für seinen Wirkungskreis zu übernehmen. Befristet war die Regelung zunächst bis August 2010.

Ab Juni 2010 wurde die Regelung zum Dauerrecht erklärt. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde auf den Weg gebracht. Allerdings ist diese vorzeitige Fahrerlaubnis noch immer freiwillig von Seiten des Antragstellers. Das Regelführerscheinalter beginnt mit dem 18. Lebensjahr. Frühestens einen Monat vor Vollendung des 17. Lebensjahres kann die praktische Prüfung absolviert werden.

Bezüglich der berechtigten Begleitperson zum Begleitenden Fahren hat es eine bundeseinheitliche Regelung gegeben. So muss der zur Begleitung Berechtigte mindestens 30 Jahre alt sein und bereits mindestens fünf Jahre im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis mindestens der Klasse B (entspricht früher 3) sein. Straßenverkehrsjuristisch darf er nicht mehr als 3 Punkte im zentralen Strafregister für Verkehrssünden in Flensburg haben, wenn er die Begleitungsberechtigung beantragt.
Die Anzahl der Begleitpersonen ist nicht limitiert, die Personen müssen alle nur in der Fahrerlaubnis registriert sein und ihren Führerschein stets dabei haben und auf Verlangen vorzeigen. Während der begleitenden Fahrt gilt eine Alkohol-Obergrenze von 0,5 Promille. Die Wahl des Sitzplatzes ist der begleitenden Person freigestellt.

Natürlich gibt es eine ganze Reihe weitere Voraussetzungen welche der Fahrer sowie die Begleitperson erfüllen müssen. Und auch die Kfz-Versicherung spielt hier eine wichtige Rolle. Es ist daher ratsam sich zu diesem Thema ausgiebig von einem Fahrlehrer in Ihrer Nähe beraten zu lassen.

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